Hans August Lücker
Vita
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Hans August Lücker wurde am 21. Februar 1915 in Krümmel unweit von Montabaur geboren. Aufgewachsen in einer katholischen Bauernfamilie besuchte er das humanistische Gymnasium. Nach dem Abitur 1934 begann er ein Universitätsstudium, wurde aber aufgrund seiner Weigerung, sich der Hitlerjugend oder einer anderen NS-Organisation anzuschliessen, vom Studium ausgeschlossen. Im Oktober 1939 wurde er zum Kriegsdienst einberufen.
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Nach dem Krieg begann Lücker eine steile berufliche Karriere als Direktor der Bayerischen Landwirtschaftskammern. Er wurde Agrarexperte im "Arbeitskreis für den Wiederaufbau des Landes" von Johannes Semmler und Ludwig Erhard, wo ihm die Ausarbeitung eines Vorschlages für die Verwendung der Mittel des Marshall-Planes für den Landwirtschaftssektor übertragen.
1953 wurde er das erste Mal für die CSU in den Bundestag gewählt, wo er den Wahlkreis Unterallgäu und Ostallgäu bis 1980 vertrat. Von Anfang seiner Bonner Karriere war Lücker Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, die später im Europäischen Parlament aufging. 1969 übernahm Lücker sechs Jahre lang die Führung der christlich-demokratischen Fraktion und wurde 1972 beauftragt, einen Entwurf für eine politische Union auszuarbeiten. Dieser wurde noch im gleichen Jahr vom Europäischen Parlament angenommen und der Gipfelkonferenz zugestellt.
Vor den ersten Direktwahlen zum Europaparlament war Lücker maßgeblich an der Erarbeitung des parteipolitischen Grundprogramms und an der Namensgebung "Europäische Volkspartei" beteiligt. Nachdem er schon beim Erweiterungsprozess um England, Irland und Dänemark mitwirkte, spielte Lücker auch bei der Entwicklung der Beziehungen zu Lateinamerika, bei der Süderweiterung der EWG und dem Beitritt Griechenlands eine wichtige Rolle.
1985 schied er im Alter von 70 Jahren aus dem Europäischen Parlament aus und zog sich aus der aktiven Politik zurück. Dennoch ist er weiterhin als Ratgeber in Sachen Europa sehr gefragt. Hans-August Lücker wurde unter anderem mit dem "Grosskreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland mit Stern und Schulterband" ausgezeichnet. 1986 erhielt er die Robert-Schuman-Medaille der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament für seine Verdienste um die europäische Integration.