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Press Release

10/3/1999: Tatenlosigkeit des Westens im Kosovo hält an - Nur wenn Milosevic' Großmachtstreben gestoppt wird, kann es Frieden geben in der Region/ West remains too inactive with regard to Kosovo. Doris Pack MEP

Die Erfolglosigkeit der Verhandlungen über den Kosovo in Rambouillet sei bedauerlicherweise zu erwarten gewesen. Erneut habe Milosevic die Schwäche des Westens genutzt, hat die CDU-Europaabgeordnete und Vorsitzende der Südosteuropa-Delegation im Europäischen Parlament, Doris Pack, im Rahmen einer Aussprache mit Rat und Kommission zum Kosovo im Europäischen Parlament erklärt.

Inzwischen baue Milosevic eine Drohkulisse Richtung Mazedonien und Albanien auf: 4000 Soldaten mit schweren Waffen an der mazedonischen Grenze, 1500 an der albanischen Grenze führten zu einer Verstärkung der Fluchtbewegung der Albaner aus dem Kosovo. "Der Westen schaut wie immer tatenlos zu und antichambriert in Belgrad", kritisierte Doris Pack. Gleichzeitig spukten so aberwitzige Ideen wie das Angebot einer Kompensation für den Kosovo an Milosevic in einigen Köpfen. So habe der noch aus dem Bosnienkrieg bekannte Vermittler Owen den Vorschlag gemacht, die Republika Srpska aus Bosnien Serbien zuzuschlagen! "Dies ist der Gipfel politischen Unsinns. Wenn über solche Ideen weiter spekuliert wird, wird Milosevic den Westen hinhalten und den Brandherd Kosovo am brennen halten", warnte Doris Pack. Die Kosovaren werden weiter vertrieben und die ethnische Säuberung systematisch fortgeführt, bis es sich schließlich tatsächlich um ein "Minderheitenproblem" im Kosovo handelt und man die Albaner mit Minderheitenrechten abspeisen kann.

Sie hoffe - wider besseres Wissen - dennoch auf einen Verhandlungsabschluß und habe im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf die Albaner eingewirkt, erklärte Doris Pack. "Allerdings eines muß ganz klar sein: es darf kein Abkommen ohne eine internationale militärische Überwachung seiner Durchführung geben". Sie wünsche den weiteren Verhandlungen allen Erfolg, denn dieser könnte auch einen positiven Einfluß auf die Umsetzung des Daytoner Abkommens in Bosnien haben, die derzeit in einer besonders schwierigen Lage sei. "Nur wenn Milosevic endlich auf seine Funktionen als Politiker in Serbien reduziert und sein großserbisches Streben ein für allemal unterbunden wird, wird eine friedliche Entwicklung in der Region möglich sein. Eine noch bessere und vor allem dauerhafte Lösung wäre es jedoch, wenn Milosevic sich vor dem UN-Tribunal in Den Haag veranworten müßte".

Weitere Informationen: Büro Doris Pack, Tel: 0033 3 88 17 5310 oder deutsche Pressestelle der EVP-Fraktion, Katrin Ruhrmann, Tel: 0033 3 88 17 4830 oder 0032 75 49 33 57.

/KR

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