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Ansprachen

up one level
Rede von Jean-Luc Dehaene (EVP-ED, Belgien),
vor dem Europäischen Parlament
am Mittwoch, den 31. Mai 2006



Debatte über die Zukunft Europas unter Teilnahme des belgischen Ministerpräsidenten, Mitglied des Europäischen Rates




Jean-Luc Dehaene (EVP-ED). – (NL) Herr Präsident! Lassen Sie mich meinerseits meine Freude über diese Aussprache zum Ausdruck bringen, die hoffentlich die erste einer Vielzahl von Debatten ist, denn meines Erachtens kann das Parlament in solchen Diskussionen mit den Staats- und Regierungschefs auch dazu beitragen, dass die Dinge in Gang kommen.

Ich begrüße es, dass Herr Verhofstadt hierher gekommen ist, um diesen Prozess einzuleiten, denn er gehört zu jenen, die während der Reflexionsphase einen aktiven Beitrag geleistet haben. Seinem zweigleisigen Ansatz, nämlich den Ratifizierungsprozess fortzusetzen, gleichzeitig aber Initiativen zu ergreifen und uns nicht auf unseren Lorbeeren auszuruhen, kann ich weitgehend zustimmen. Nicht konform gehe ich mit ihm indes, wenn er behauptet, wir könnten unterdessen künftigen Erweiterungen freien Lauf lassen. Ich bin nicht gegen Erweiterungen, aber zusätzliche Erweiterungen ohne vorherige Vertiefung der Europäischen Union wird uns meiner Ansicht nach zu etwas führen, was wir nicht wollen, nämlich zu einer Freihandelszone.

Wir sollten nach meinem Dafürhalten noch mehr darum bemüht sein, unseren Bürgern zu erklären, dass die richtige Antwort auf das, wovor sie derzeit Angst haben, nämlich Veränderungen und Globalisierung, nicht darin liegt, dass wir uns auf eine Art ökonomischen Patriotismus oder Nationalismus zurückziehen, sondern dass die wirkliche Antwort auf die Globalisierung ausschließlich eine europäische ist; und dass dies außerdem die Notwendigkeit beinhaltet, dass sich Europa der neuen Realität der Globalisierung und der Informationsgesellschaft anpasst, wozu wir nur durch gemeinsame Kraftanstrengungen auf europäischer Ebene imstande sein werden.

Nur als ein geschlossenes Europa können wir nämlich ein echter Akteur auf der Weltbühne sein, der unsere Interessen und unsere Werte in dieser globalen Welt von morgen verteidigt. Unsere Bürgerinnen und Bürger sind sich dessen gegenwärtig noch nicht bewusst; sie sind nach wie vor der Auffassung, sich von der Außenwelt abschotten zu können. Wir müssen ihnen klar machen, dass die Globalisierung ein unumkehrbarer Prozess ist, dass er sich ohne Europa vollziehen wird, wenn wir nicht mit Stärke auftreten. Im Rahmen der Globalisierung können wir eine gewichtige Rolle spielen, vorausgesetzt, dass Europa stark ist.










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