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AnsprachenRede von Hans-Gert Pöttering Vorsitzender der EVP-ED-Fraktion vor dem Europäischen Parlament am Mittwoch, den 11. September 2002 Gedenkfeier zum 11. September 2001 Herr Präsident, Herr Kommissionspräsident, Herr Ratspräsident, Herr Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika, Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich möchte zunächst Ihnen, Herr Präsident, ein Wort des Dankes sagen, dass Sie zu dieser Gedenkstunde eingeladen haben, weil es ein Jahr nach dem 11. September des Jahres 2001 deutlich macht, Europa, das Europäische Parlament steht solidarisch an der Seite der Vereinigten Staaten von Amerika. Aber, meine Damen und Herren, dies ist nicht nur Solidarität mit Amerika, sondern, wie es die Redner vor mir gesagt haben. Die Apokalypse von Washington und New York vom 11. September 2001 war ein Angriff nicht nur auf Amerika, sondern auf unsere gesamte Zivilisation, auf unsere gemeinsamen Ideale der Demokratie, der Menschenrechte, der Freiheit und des Friedens. Und deswegen müssen wir uns heute erneut verpflichten, dass wir den Kampf gegen den Terrorismus, nicht nur mit Worten, sondern mit Taten auch in der Zukunft geschlossen führen, weil wir nicht zulassen können, dass sich eine solche Apokalypse wiederholt. Wir hier in Europa kritisieren häufig, manchmal zu recht, die Vereinigten Staaten von Amerika. Aber stellen wir uns einmal einen Moment vor, wenn das verwirklicht worden wäre, was die Terroristen wollten, die USA handlungsunfähig zu machen. Wie sähe diese Welt aus, wenn es die amerikanische Nation, den amerikanischen Präsidenten, den amerikanischen Kongress, das amerikanische Volk nicht gäbe? Wir, die Europäer, sollten niemals vergessen, bei aller Kritik an Amerika in Einzelfragen, dass der verbrecherische Kommunismus und verbrecherische Nationalsozialismus im Zwanzigsten Jahrhundert nur besiegt werden konnten, weil die Vereinigten Staaten von Amerika mit Entschlossenheit für die Freiheit handelten. Dies haben wir den Amerikanern zu verdanken. Herr Botschafter, das ist unser Grundverständnis auch in der schwierigen Zeit, in der wir uns jetzt befinden. Viele der Täter konnten zur Verantwortung gezogen werden. Der Haupttäter aber ist noch nicht zur Verantwortung gezogen worden. Allerdings müssen wir auch heute sagen: Hüten wir uns davor, den Terrorismus gleichzusetzen mit der arabischen Welt. Hüten wir uns davor, den Terrorismus gleichzusetzen mit der islamischen Religion. Wir sagen heute hier im Europäischen Parlament den befreundeten arabischen Völkern und Staaten, wir sagen den Menschen guten Willens des moslemischen Glaubens, wir wollen in Partnerschaft, wir wollen in Freundschaft leben auch mit der arabischen Welt. Und, meine Damen und Herren, wir, die Europäer, müssen uns heute auch selber eine Frage stellen: wir sollten weniger andere kritisieren als uns selber. Wir müssen die Europäische Union handlungsfähig machen. Und deswegen gehört auch zu den Lehren des 11. September 2001, dass die Europäer ihre Meinungsunterschiede überwinden, dass sie einig sind, denn nur wenn wir einig sind, haben wir auch Einfluss in dieser Welt um eine Welt der Menschenrechte, der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freiheit zu schaffen. Dieses ist die Forderung an uns selber und auf dieser Basis wünschen wir eine gute partnerschaftliche, freundschaftliche Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten von Amerika, weil wir wissen, dass wir in den Grundfragen der Demokratie und der Werte des Menschen einen gleichen Weg in die Zukunft gehen. |
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